Zahnfleischbehandlung
Gesundes Zahnfleisch ist die Grundlage gesunder Zähne.

Die Zahnfleischbehandlung (Parodontalbehandlung) befasst sich mit entzündlichen Erkrankungen des Zahnfleischs und der Gewebe, die die Zähne stützen. Anzeichen wie Zahnfleischbluten, Rötung, Zahnfleischrückgang und Mundgeruch können häufig auf ein zugrunde liegendes Problem am Zahnfleisch hinweisen.
Uzm. Dt. Emre Karakaya ist Zahnarzt für Parodontologie (Fachtitel in der Türkei erworben) und arbeitet im Özel Ekol Ağız ve Diş Sağlığı Merkezi in Merkezefendi, Denizli. Er beurteilt Zahnfleischerkrankungen im Zusammenhang mit der gesamten Mundgesundheit; Ziel ist ein individueller Behandlungsplan, der dazu beiträgt, die Gesundheit des Zahnfleischs und der zahntragenden Gewebe zu erhalten.
Ursachen von Zahnfleischerkrankungen
Hauptursache von Zahnfleischerkrankungen ist der bakterielle Belag, der sich auf der Zahnoberfläche ansammelt. Belag, der nicht regelmäßig und gründlich entfernt wird, verhärtet mit der Zeit zu Zahnstein; diese Ablagerung kann am Zahnfleischrand eine entzündliche Reaktion auslösen. Eine unzureichende Mundhygiene ist dabei einer der maßgeblichen Faktoren.
Neben Belag und Zahnstein können auch Rauchen, bestimmte Allgemeinerkrankungen (etwa Diabetes), hormonelle Veränderungen, einige Medikamente und eine genetische Veranlagung den Verlauf beeinflussen. Welche dieser Faktoren vorliegen, ist von Person zu Person unterschiedlich; der Behandlungsplan wird nach der Untersuchung festgelegt.
Gingivitis und Parodontitis: der Unterschied
Zahnfleischerkrankungen werden in der Regel in zwei Stadien betrachtet. Die Gingivitis ist das frühe Stadium, in dem die Entzündung auf das Zahnfleisch begrenzt bleibt; Bluten und Rötung können auftreten, der zahnumgebende Knochen ist jedoch noch nicht betroffen. Dieses Stadium ist umkehrbar und kann mit geeigneter Behandlung und regelmäßiger Pflege unter Kontrolle gebracht werden.
Bei der Parodontitis, die durch das Fortschreiten der Entzündung entsteht, sind neben dem Zahnfleisch auch der zahntragende Knochen und die Stützgewebe betroffen. In diesem Stadium können Zahnfleischrückgang, gelockerte Zähne und ein Verlust an Stützgewebe auftreten. Eine frühe Diagnose ist wichtig, um den Verlauf zu beurteilen, bevor er dieses Stadium erreicht.
Nicht chirurgische Parodontalbehandlung
Die Grundlage der Zahnfleischbehandlung bilden meist nicht chirurgische Verfahren. Die professionelle Zahnreinigung zielt darauf ab, Belag und Ablagerungen auf der Zahnoberfläche und am Zahnfleischrand zu entfernen. In fortgeschritteneren Situationen kann eine Reinigung der Wurzeloberfläche erfolgen, bei der Ablagerungen und entzündetes Gewebe entfernt und die Oberfläche geglättet werden (Wurzelglättung, Kürettage).
Diese Maßnahmen sollen das entzündliche Milieu zwischen Zahnfleisch und Zahnwurzel verringern und so eine Grundlage für die Ausheilung des Zahnfleischs schaffen. Um Beschwerden während des Eingriffs zu verringern, kann bei Bedarf eine örtliche Betäubung eingesetzt werden. Die Ergebnisse sind von Person zu Person unterschiedlich; für eine verbindliche Einschätzung wenden Sie sich an Ihre Zahnärztin oder Ihren Zahnarzt.
Ablauf der Behandlung
Eine Parodontalbehandlung wird in der Regel in klar abgegrenzten Schritten geplant. Zunächst werden Zahnfleisch und Stützgewebe durch Untersuchung sowie, wo erforderlich, durch Messungen und Röntgenaufnahmen beurteilt. Anschließend folgt der nicht chirurgische Abschnitt mit professioneller Zahnreinigung und, falls nötig, Wurzelglättung; in dieser Phase werden auch die Mundhygienegewohnheiten besprochen.
Nach einer bestimmten Heilungszeit werden die Gewebe erneut beurteilt. Bleibt die Entzündung bestehen oder verbleiben tiefe Taschen, können chirurgische Parodontalbehandlungen infrage kommen. Nach Abschluss der Behandlung wird ein regelmäßiges Erhaltungsprogramm (parodontale Nachsorge) empfohlen, um das erreichte Ergebnis zu sichern. Umfang und Dauer der einzelnen Schritte richten sich nach dem Befund.
Unterstützender Einsatz von Lasern
Bei einem Teil der Zahnfleischbehandlungen kann der Laser neben Skalpell und Elektrochirurgie als unterstützendes Instrument eingesetzt werden. Infrage kommt er etwa beim Formen des Zahnfleischrandes, beim Entfernen überschüssigen Gewebes oder beim Anpassen des Bindegewebes; die Wahl richtet sich nach dem Gewebezustand, dem Umfang des Eingriffs und dem angestrebten Ergebnis.
Der Laser selbst ist keine Behandlungsbezeichnung; entscheidend für das Ergebnis sind die richtige Diagnose und ein geeigneter Behandlungsplan. Derselbe Eingriff kann auch mit anderen Instrumenten erfolgen, und welches Instrument verwendet wird, bestimmt den Erfolg nicht allein. Die Kontrolle der Entzündung und eine regelmäßige Pflege bleiben in jedem Fall die Grundlage.
Zahnfleischgesundheit, Ästhetik und regelmäßige Pflege
Gesundes Zahnfleisch bildet die Grundlage sowohl für die langfristige Gesundheit der Zähne als auch für das Erscheinungsbild des Lächelns. Farbe, Kontur und Verlauf des Zahnfleischs um die Zähne prägen den Gesamteindruck der Mundgesundheit. Wird eine Zahnfleischerkrankung unter Kontrolle gebracht, kann dies dazu beitragen, die Stützgewebe der Zähne zu erhalten. Muss der Zahnfleischverlauf angepasst werden, wird in diesem Zusammenhang auch eine chirurgische Kronenverlängerung beurteilt.
Ob die Wirkung einer Parodontalbehandlung anhält, hängt wesentlich von der Pflege danach ab. Tägliche Mundhygiene, regelmäßige Kontrollen und eine professionelle Reinigung in den empfohlenen Abständen helfen dabei, die Zahnfleischgesundheit zu erhalten. Der Inhalt des Pflegeprogramms richtet sich nach der jeweiligen Situation.
Häufig gestellte Fragen
Um Beschwerden während der Eingriffe zu verringern, kann bei Bedarf eine örtliche Betäubung eingesetzt werden; damit lässt sich die Behandlung für die meisten Menschen gut durchführen. Nach der Behandlung kann eine leichte Empfindlichkeit auftreten, die meist rasch nachlässt. Das Schmerzempfinden ist von Person zu Person unterschiedlich.
Zurückgegangenes Zahnfleischgewebe stellt sich nicht von selbst wieder her. Vorrangiges Ziel der Behandlung ist, die Entzündung zu beherrschen, die zum Rückgang geführt hat, und das Fortschreiten aufzuhalten. In geeigneten Fällen können chirurgische Verfahren zur Deckung des Rückgangs beurteilt werden; ob sie infrage kommen, ergibt die Untersuchung.
Die Zahl der Sitzungen richtet sich nach Ausdehnung und Schweregrad der Zahnfleischerkrankung. In begrenzten Situationen kann die Behandlung in wenigen Sitzungen abgeschlossen sein; bei ausgedehnten Befunden wird der Mund in Abschnitte unterteilt und es werden mehrere Sitzungen geplant. Die genaue Planung erfolgt nach der Untersuchung.
Zu den häufigsten Anzeichen gehören Bluten beim Zähneputzen, Rötung und Schwellung des Zahnfleischs, Zahnfleischrückgang und Mundgeruch. In fortgeschrittenen Situationen können Empfindlichkeit oder gelockerte Zähne auftreten. Treten solche Anzeichen auf, ist eine zahnärztliche Beurteilung ratsam.
Nach der Behandlung spielt eine regelmäßige und gründliche Mundhygiene eine wichtige Rolle beim Erhalt der Zahnfleischgesundheit. Die empfohlenen Techniken zum Putzen und zur Zwischenraumreinigung sowie die empfohlenen Abstände für Kontrollen und professionelle Reinigung tragen dazu bei, das Ergebnis zu sichern. Die Empfehlungen sind von Person zu Person unterschiedlich.
Eine unbehandelte Zahnfleischerkrankung kann fortschreiten und zu einem Verlust des zahntragenden Knochens und der Stützgewebe führen; in fortgeschrittenen Stadien kann das Risiko eines Zahnverlusts steigen. Eine frühe Beurteilung ist wichtig, um die Stützgewebe zu erhalten. Für eine verbindliche Einschätzung wenden Sie sich an Ihre Zahnärztin oder Ihren Zahnarzt.
Dieser Inhalt dient ausschließlich der Information und ersetzt keine zahnärztliche Untersuchung. Verlauf und Ergebnisse sind von Person zu Person unterschiedlich.
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